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Unternehmen Stadt
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Am Wochenende des 23.-25. November heißt es “Unternehmen Stadt Übernehmen” im Ruhrpott. Die Veranstaltung im AZ Mülheim ist als Auftakt für Kritik und die Aneignung der Kulturhauptstadt Ruhr gedacht und soll als Plattform für emanzipatorische Theorie und Praxis 2010 dienen.

KuLTuRHauPTSTaDT Ruhr 2010 :: land for free :: land for what?
Auftakt für Kritik und die Aneignung von Kultur und Raum

Der Ruhrpott befindet sich im Strukturwandel und inszeniert sich als Kulturhauptstadt Europas 2010. Welche Strukturen sich wie gewandelt haben und von welcher Kultur hier die Rede ist, ist eine kontroverse Frage. Während die Bewerbung zur Kulturhauptstadt eine Art Mut zur Lücke hatte und außerirdisch anmutende Pilotprojekte, wie „Land for Free“ (Grund und Boden für lau) propagierte, hat das offizielle Programm das Projekt fallengelassen und will von derart subversiven Geschenken nichts mehr wissen. Land for free? Land for what?

Lücken, Brachen, Freiflächen gibt es mehr als genug im Ruhrpott 2009. Die Addition aller Brach- und Freiflächen der acht größten Ruhrpottstädte, ergibt rechnerisch die Fläche einer „neunten“ Stadt. Die potentielle Nutzung dieser „Freiräume“ mag frei von vielen Dingen sein, eines ist sie jedoch nicht: frei von profitablen Verwertungsinteressen, frei von Eigentumsansprüchen. Demnach gibt es reichlich brach gefallenen (freien) Raum aber keinen Freiraum, der zur Nutzung bereitstünde. Wie steht es also um die Flexibilität des Kapitalismus und das Krisenmanagement der neoliberalen Stadt auf abweichende Raumnutzungen im Ruhrpott zu reagieren? Was ist das Kreative an Leerstand im Kapitalismus?

Im Hinblick auf die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 geht es in dieser Veranstaltung darum, eines der vormals künstlerischen Leitprojekte vorzustellen und die Ursache der Verwerfung zu politisieren. Es geht nicht darum, eine in sich geschlossene Kulturkonzeption zu entwerfen, oder sich an den integrierten kulturellen Bestandteilen moralisch abzuarbeiten, sondern vielmehr darum, die Grenzen der Kultur im Kapitalismus – unabhängig von Hoch bzw. Subkultur – auszuloten und die Reichweite von künstlerischen Ansätzen wie „Land for Free“ und ihre politische Dimension aufzuzeigen. Zeitgleich geht es um Varianten der öffentlichen Intervention in stadtpolitische Entscheidungen, städtische Bewegungen des Protests und des Widerstands der jüngeren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um das „Unternehmen Stadt [zu] übernehmen“.


Kampagne und Veranstaltung unter landforfree.blogsport.de bzw. buko.info/muelheimruhr

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